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Ist ein Zahn bereits gezogen worden, empfehlen wir fast immer eine vollständige Abheilung des Kieferknochens. Dies kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Häufig kommt es bei einer herkömmlichen Extraktion von Zähnen und der anschließenden Abheilung zu Knochendefekten, die eine anschließende Implantation erschweren. Aus diesem Grund versuchen wir Zähne vor Implantation immer minimalinvasiv zu entfernen. Durch gezieltes operatives Teilen von Zähnen mit Spezialinstrumenten oder dem Einsatz von Ultraschall-Chirurgie (Piezo-Surgery) kann häufig ein Knochendefekt vermieden werden. Ist trotzdem ein Knochendefekt zu erwarten führen wir zeitgleich einen Knochenaufbau mit Knochenersatzmaterial durch (Ridge-Preservation). Insbesondere im ästhetischen Frontzahnbereich empfehlen wir diese Technik, um einem Abbau des Knochens vorzubeugen. Alternativ kann hier eine Sofortimplantation durchgeführt werden. Vorraussetzung hierfür ist ein intakter und entzündungsfreier Knochen. Die Voraussetzung für eine Sofortimplantation oder gar Sofortversorgung von Implantaten ist in seltenen Fällen gegeben und wird in unserer Praxis immer dreidimensional geplant und navigiert durchgeführt.

Die Implantation einer künstlichen Zahnwurzel ist ein kurzer und schmerzloser Eingriff. Er wird in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Jede Implantation erfolgt in unserer Praxis unter sterilen Bedingungen. Zuerst wird die Mundhöhle und die untere Gesichtshälfte desinfiziert und das komplette OP-Gebiet mit sterilen Einmaltüchern abgedeckt. Alle Instrumente werden in der Zentralsterilisation der Ostseeklinik aufbereitet und unterliegen höchsten Hygienestandards. Operateur und Assistenz arbeiten in sterilen OP-Kitteln.



Nach örtlicher Betäubung des Operationsgebietes wird der entsprechende knöcherne Kieferbereich über einen kleinen Schnitt dargestellt. Durch dreidimensionale Diagnostik können wir diesen Arbeitschritt auf ein Minimum reduzieren. Eine zeitaufwendige visuelle Analyse des Knochenangebotes über einen entsprechend großen operativen Zugang entfällt. Die dreidimensionale Planung der Implantate wird nun manuell oder bei komplexen Fällen über eine CAD/CAM Navigationsschablone in die operative Situation übertragen. Um den Knochen zu schonen und eine möglichst hohe Präzision zu gewährleisten sind für jedes Implantat mehrere Bohrungen unter permanenter steriler Wasserkühlung nötig. Anschließend wird das Implantat mit einem Drehmomentschlüssel langsam und vorsichtig in den Kiefer eingedreht. Abschließend wird der Einbringpfosten entfernt und das Innengewinde des Implantats mit einer Verschlussschraube versehen. Das Implantat schaut jetzt nur 1-2mm aus dem Knochen heraus, so dass das Zahnfleisch wieder über dem Implantat mit wenigen Nähten verschlossen werden kann. Das Implantat heilt nun für ca. 3-6 Monate unter dem Zahnfleisch steril ein (geschlossene Einheilung). Besonders feste Implantate können auch bereits unmittelbar nach der Implantation mit einem Zahnfleischformer offen einheilen oder direkt mit einem Zahnprovisorium versehen werden.

Auch nach dem Eingriff haben unsere Patienten häufig gar keine oder nur geringe Beschwerden, die mit handelsüblichen Schmerzmitteln behandelt werden können. Nur wenige zeigen eine diskrete weiche Schwellung, die sich nach ca. 2-4 Tagen zurück bildet.