| Die Weisheitszähne |
|
|
|
|
Die Weisheitszähne sind ein fester Bestandteil unseres Gebisses. Sie wurden von der Natur als Reservezähne vorgesehen. Heutzutage kommt es aber nur noch selten zu Zahnverlusten in der zweiten Lebensdekade. Das Platzangebot der Kiefer reicht für die so genannten „8er“ aber nur selten aus. Die Folge sind häufig retiniert oder verlagerte Weisheitszähne. ![]() Links: Digitale Volumentomografie eines Patienten mit stark gekrümmter Wurzeln im Ober und Unterkiefer. Rechts: Gezielte operative Entfernung im Unterkiefer ohne Fraktur der Wurzel.Verlagerte Weisheitszähne erreichen häufig gar nicht die Mundhöhle. Sie verbleiben im Kieferknochen und machen unter Umständen erst im fortgeschrittenen Alter Probleme. Viele Patienten beklagen ein Druckgefühl im Kiefer oder einen verschachtelten Zahnengstand der übrigen Zähne. Von verlagerten Weisheitszähnen können aber auch Zysten ausgehen. Sie machen in der Regel kaum Beschwerden und können im Lauf der Jahre eine beachtliche Größe entwickeln.Die meisten Weisheitszähne brechen nur teilweise durch das Zahnfleisch und erreichen die Kauebene nicht. Da sich Zahnfleischtaschen um den Zahn bilden, kann es immer wieder zu kleineren Entzündungen, auch Dentitio difficile genannt, kommen. Diese können sich unter Umständen zu schweren Infektionen entwickeln. Weisheitszähne, die wiederholt Beschwerden bereiten, sollten daher rechtzeitig entfernt werden. Die operative Weisheitszahnentfernung ist für einen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen tägliche Routine. Die meisten Patienten wünschen für jede Seite einen zeitlich getrennten Eingriff. Aber auch eine Entfernung aller Weisheitszähne auf einmal ist möglich. Der Eingriff wird fast immer in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt. Eine Vollnarkose ist nur in Ausnahmefällen nötig. Die postoperativen Beschwerden lassen sich fast immer mit herkömmlichen Schmerzmitteln effektiv behandeln. Eine weiche Schwellung tritt meist erst am folgenden Tag auf und schwillt nach 2-3 weiteren Tagen ab. Weiche Kost ist bereits am selben Tag kein Problem. ![]()
Digitale Volumentomografie eines Weisheitszahns im Unterkiefer links mit follikulärer Zyste, die bereits den Kieferknochen wangenwärts verdrängt hat. Genau Lokalisation des Nervs, der direkt unter dem Zahn zungenwärts verläuft.Der obere Weisheitszahn wird zuerst entfernt. Über einen kleinen Zugang am letzten Backenzahn, dem „7er“, wird der Zahn vorsichtig mit einem Hebel aus dem Kiefer gedrückt. Auch im Unterkiefer wird hinter dem 7er ein trapezförmiger Zugang gewählt. Da der Unterkiefer sehr kompakt und breit ist, muss zunächst die Krone des Weisheitszahns maschinell freigelegt werden, bevor der Zahn mit einem Hebel vorsichtig entfernt werden kann. Bei atypischer Lage oder kräftigen Zahnwurzeln trennt der erfahrene Chirurg den Weisheitszahn frühzeitig in mehrere Teile, um die benachbarten Strukturen zu schonen. Für den Eingriff ist ein aktuelles Panorama-Röntgenbild zwingend notwendig. Bei atypischer Lage oder einer direkten Lagebeziehung der Weisheitszähne zum Unterkiefernerv, der die Unterlippe mit Gefühl versorgt, empfehlen wir eine digitale Volumentomografie. Durch die dreidimensionale Darstellung kann der Verlauf des Nervs genau bestimmt und eine ungewöhnliche Wurzelkonfiguration besser erkannt werden. Die digitale Volumentomografie bietet höchste Planungssicherheit. Durch sie kann der Eingriff nicht nur sicherer sondern minimalinvasiv und schneller durchgeführt werden. |